Die Wirkung von Teamworkshops entscheidet sich nicht am Workshoptag
- TalentSoul

- vor 6 Tagen
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Ein guter Teamtag fühlt sich am Abend richtig an. Alle waren offen, es wurde gelacht, es kam etwas zur Sprache, das sonst nie zur Sprache kommt. Vier Wochen später ist der Alltag zurück und kaum jemand könnte sagen, was sich verändert hat. Das ist der häufigste Verlauf, und er hat wenig mit dem Tag selbst zu tun. Die Wirkung von Teamworkshops entsteht an zwei Stellen, die beide unsichtbar sind: davor in der Planung und danach im Alltag.
Was man von einem Workshop nie sieht
Sichtbar ist am Ende nur eine Agenda. Ein paar Zeilen mit Zeiten und Titeln, die aussehen, als hätte man sie in zwanzig Minuten zusammengestellt.
Tatsächlich steckt in dieser Reihenfolge die eigentliche Arbeit.
Wie lässt du eine Gruppe ankommen, damit sie wirklich da ist und nicht nur anwesend?
Wann kommt welche Übung, damit sie im richtigen Moment landet und nicht zwanzig Minuten zu früh?
Wo im Tag liegt der Punkt, an dem ein Team offen genug ist für die unangenehme Frage, und wo wäre dieselbe Frage eine Zumutung gewesen?
Am Tag selbst wirkt alles ganz leicht. Das ist der Sinn der Sache. Leicht wird es aber nur, wenn vorher jemand lange daran gesessen ist.
Ein Workshop ist eine Kurve, keine Liste
Bei den Kaospilots, wo ich kürzlich einen Kurs zu Dramaturgie und Didaktik besucht habe, heisst dieses Prinzip Learning Arches. Der Gedanke dahinter: Ein Workshop ist keine Abfolge guter Übungen, sondern ein Bogen mit einem Anfang, einer Mitte und einer Landung sowie vielen weiteren Arches während des Tages.
Das erklärt auch, warum gut gemeinte Tage manchmal nicht zünden. Der kreative Teil steht am Anfang, weil er auflockern soll, aber die Gruppe ist noch nicht so weit. Oder das Team arbeitet an einer Vision, während im Hintergrund ein ungelöster Konflikt steht. Beides sind manchmal Reihenfolgefehler und nicht zwingen Methodenfehler.
Für vieles, was ich bisher intuitiv so gelöst habe, habe ich seit diesem Kurs die Erklärung dazu. Und einiges davon ist in meinen Tagesworkshops bereits eingebaut.
Die Wirkung von Teamworkshops entsteht im Zwischenraum
Entwicklung in einer Organisation passiert nicht an einem Tag. Sie passiert über Monate, und das, was zwischen zwei Workshops geschieht, entscheidet mit.
Genau dieser Zwischenraum bleibt meistens ungestaltet. Man hofft, dass etwas hängenbleibt. Dabei lässt sich die Zeit dazwischen ebenso planen wie der Tag selbst: mit einer kleinen Sache, die das Team wirklich ausprobiert, mit einem Zeitpunkt, an dem noch einmal hingeschaut wird, mit einer Frage, die im Team weiterläuft.
Ein Tag kann etwas anstossen. Damit daraus eine Veränderung wird, braucht es einen Bogen, der über den Tag hinausgeht. Genau daran arbeite ich derzeit für meine längeren Begleitprogramme weiter.
Ich bin Sabrina Fiechter und begleite Teams und Führungskräfte in der Deutschschweiz und im DACH-Raum, in Tagesworkshops und in mehrmonatigen Programmen. Mein Atelier steht in Zürich-West. Erreichbar über talentsoul.ch.




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